Leben als Salesianer
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Einblicke

ETWAS WAGEN - Persönliche Anfragen an das eigene Leben ernst nehmen

Oft erlebt Pater Reinhard Büker in seiner Arbeit junge Menschen, die sich nicht für einen Weg entscheiden können und sich alle Richtungen offen halten wollen.

„Doch dadurch kommt man erst gar nicht auf einen Weg. Jugendliche sollen einfach mal etwas wagen und sich auf etwas einlassen. Man kann immer noch aufgeben, wenn es nicht das richtige ist!“
Diese Sicht des Lebens ist nicht nur irgendeine Weisheit. P. Reinhard Büker hat diese Einstellung gelebt und so auch seine Berufung gefunden. Nach dem Abitur beginnt Reinhard Büker eine Gärtnerlehre. Er überlegt, später Gartenbau zu studieren. „Beim Unkraut jäten hat man viel Zeit zum nachdenken“, lacht er. „Das war für mich schon eine Art Noviziat.“

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Er grübelt in dieser Zeit viel darüber, was ihm wichtig ist im Leben. Er ist in der Jugendarbeit groß geworden. Auch im Zivildienst arbeitet er mit jungen Menschen. „In dieser Zeit überlegt man ja auch, ob es sich lohnt für Geld zu arbeiten oder ob man etwas anderes machen soll. Für mich war irgendwann klar, dass die Arbeit mit Jugendlichen das ist, was mein Leben prägen soll.“

Ein Erlebnis in der Entscheidungsphase hat er nicht vergessen: Irgendwo sticht ihm ein Aufkleber ins Auge. Darauf steht: „Einer, der zur Jugend hält. Don Bosco.“ Dieser Satz lässt ihn nicht mehr los. Er kennt weder Don Bosco noch die Salesianer, aber der Satz hat ihn neugierig gemacht. In einem Internat der Salesianer beginnt er ein Praktikum.

"Ich möchte als Priester in einer Gemeinschaft leben,mich mit anderen austauschen können.Ich wollte ein Leben führen, das zu mir passt."
An seine ersten Eindrücke bei den Salesianern kann er sich noch gut erinnern: „Die Parteilichkeit für eine Zielgruppe, für Jugendliche, die am Abseits stehen, die es nicht so gut haben - das hat mich sofort angesprochen. Dieses Erleben hat für mich den Ausschlag gegeben.“ So fällt dann die Entscheidung für ein Leben als Ordensmann. Er studiert Theologie und Soziale Arbeit, tritt mit 25 Jahren in den Orden ein und wird neun Jahre später zum Priester geweiht. Reinhard Büker bereut diese Entscheidung nicht. Auch wenn es nicht immer ein Zuckerschlecken ist, wie er sagt. Er ist „Vollblut-Jugendarbeiter“.

Ein Leben als Welt-Priester kann er sich nicht vorstellen. Er schätzt den Austausch in der Gemeinschaft. Sein Ziel war es, ein Leben zu führen, das zu ihm passt, das ihn zufrieden und glücklich macht. Heute kann Reinhard Büker recht gut einschätzen, was der Satz auf dem Aufkleber für ihn bedeutet: „Ich verstehe ihn heute noch als eine persönliche Anfrage.“ Und dieser Anfrage versucht er durch seine Arbeit mit jungen Menschen jeden Tag aufs neue gerecht zu werden.

Als Leiter des Jugendzentrums der Salesianer Don Boscos in Trier möchte Pater Reinhard Büker unter den Jugendlichen sein. Während der Öffnungszeiten hat er ein offenes Ohr für die Kids. Die Verwaltungsarbeiten legt er, wenn möglich, auf den Vormittag. Er versteht sich voll und ganz als Jugendarbeiter.

BODENSTÄNDIG - "Glaube und Beruf": Mit beiden Beinen im Leben stehen

Katholisches Elternhaus, Ministrantenzeit, Ferien mit der katholischen Jugend... Der Bezug zur Kirche war für Christof Baum von Kindesbeinen an selbstverständlich. Nach der Schule studiert er Elektrotechnik. Das ist seine große Leidenschaft. Sein Wunschberuf. Er beginnt eine Karriere bei der Telekom, doch nach einigen Jahren stellt er fest, dass ihm das nicht reicht: „Ich habe gemerkt, dass ich nicht so viel Geld brauche, wie ich verdiene, und dass ich keine eigene Familie gründen will.“

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Christof Baum steckte damals mitten in einer Sinnkrise. Er suchte seinen eigenen Weg. Bereits während des Studiums hatte er Kontakt zu den Kapuzinern und spielte mit dem Gedanken, in einen Orden einzutreten.

„Aber ich wollte nicht in ein Kloster gehen, da ich nicht Jahre lang Elektronik lerne, um dann Pfortenbruder zu werden“, schildert er seine Überlegungen. Das Priestertum schließt er aus den gleichen Gründen für sich aus. Er will seinen Beruf weiter ausüben. Er will einen geistlichen Weg einschlagen, auf dem er die beiden Säulen seines Lebens – den Glauben und seinen Beruf – kombinieren kann. 1995, mit 29 Jahren, legte Christof Baum seine erste Profess ab.

"Die Salesianer sind aktiv und jung. Die stehen mit beiden Füßen auf dem Boden und sind nicht weltfremd. Da stand die Entscheidung auf einmal fest!"

Doch die Zeit der Entscheidung bis zum Ordenseintritt war nicht einfach. Freunde und Kollegen konnten seine Entscheidung nicht nachvollziehen. Bruder Baum glaubt, dass das auch an den Vorurteilen liegt, die die meisten Menschen vom Ordensleben haben. „Viele wissen nicht, wie es bei den Salesianern zugeht. Da gibt es dann Vorstellungen wie in ‚Name der Rose’“, schmunzelt er. Die Menschen sollten den Orden zuerst kennenlernen, um sich selbst ein Bild zu machen. Das rät Bruder Baum auch jungen Männern, die sich für diesen Lebensweg interessieren. Das Mitleben in einer Gemeinschaft ist ein wichtiger Teil auf dem Weg des Suchens. Die Entscheidung fürs Ordensleben bereut er nicht: „Natürlich ist nicht jeder Tag und jede Situation toll in einer Gemeinschaft, aber man muss sich überall und in jedem Lebensstil mit anderen Menschen arrangieren“. Das weiß Christof Baum auch deshalb, weil er für sich zuerst einen anderen Lebensentwurf ausprobiert hat.
Heute arbeitet Bruder Christof Baum als Ausbilder im Berufsbildungswerk der Salesianer Don Boscos in Waldwinkel. Er betreut junge Menschen mit Handicap. Sie hätten in einer regulären Ausbildung keine Chance. Er will ihnen sein Fachwissen weitergeben. Aber er will ihnen auch Vorbild im Glauben sein. Er weiß, dass er auf diese Weise auch diejenigen erreichen kann, die mit dem Glauben nichts am Hut haben.

WELTOFFEN - Es geht wirklich um junge Leute

Was mir an den Salesianern zuerst auffiel, war ihre freundliche, unvoreingenommene, weltoffene Art“, erinnert sich Michael Krämer. Er lernte den Orden als junger Mann im Aktionszentrum in Benediktbeuern kennen. „Ich hatte den Eindruck, dass ich wichtig bin, dass die sich hier wirklich für junge Leute interessieren und dass sie nicht so „überfromm“ sind“.

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Michael Krämer macht zunächst eine Ausbildung zum Erzieher. Später will er seinen Beruf im kirchlichen Dienst ausüben. Der Glaube ist ihm wichtig und er merkt, dass seine erzieherische Tätigkeit in einem religiösen Kontext eine ganz andere Qualität haben kann. Von Zweifeln auf seinem Weg zum Ordensmann kann Michael Krämer durchaus berichten: „Kurz vor der zeitlichen Profess bekam ich auf einmal Angst und zweifelte an meiner Entscheidung. Ich hab´ mir dann vorgenommen, dass ich es bleiben lasse, wenn ich zu einem bestimmten Zeitpunkt immer noch wackle.“
Schwierig ist die Entscheidung für ihn vor allem, weil seine Freunde sehr überrascht und mit Unverständnis reagieren. Ihm ist aber wichtig, die Freundschaften zu erhalten. Kurzerhand lädt er seine Freunde ein, um die Salesianer Don Bosocos kennenzulernen. „Da haben sie gesehen, dass wir hier ganz normal leben und nicht nur den ganzen Tag in der Kirche verbringen“. Mit 23 Jahren tritt Michael Krämer in den Orden ein, nach acht Jahren wird er zum Diakon geweiht. "In den jungen Menschen das Bedürfnis nach Gespräch, nach Halt und Lebenssinn zu erkennen und zu wecken, sehe ich als eine meiner Hauptaufgaben und auch als meine Berufung."

Seine Freunde lernen mit der veränderten Situation umzugehen und kommen heute gern vorbei. Für manche ist Diakon Krämer auch Anlauf- und Beratungsstelle bei Sorgen und Problemen geworden. Gerne nimmt er diese Aufgabe wahr. Beruflich ist er ganz für die jungen Menschen da. Seit seinem Sozialpädagogikstudium arbeitet Diakon Krämer hauptsächlich mit lernbehinderten Jugendlichen. Seine sozialarbeiterische und seelsorgliche Tätigkeit sieht er auch als originär diakonische Aufgabe. „Ich wollte für mich das richtige finden und bin mir jetzt sicher, dass das geklappt hat“.

Diakon Michael Krämer ist Bereichsleiter im Internat des Berufsbildungswerks in Würzburg und betreut junge Menschen mit erhöhtem Förderbedarf. „Man lebt hier zwar in einer Gemeinschaft, aber hat viel Freiheit und Verantwortung für sein eigenes Handeln. Damit muss man auch erst lernen umzugehen.“, erzählt Michael Krämer aus seinem täglichen Leben im Orden.

LEBENSFREUDE - Die Kinder glücklich sehen

Die Eltern von Michael Schmitz erhalten regelmäßig das Don-Bosco-Magazin. Mit großem Interesse liest Michael als Jugendlicher die „Berichte aus der Mission“. Das Arbeiten in einem fremden Land mit fremder Kultur und fremder Sprache fasziniert ihn. In ihm wächst der Wunsch in der Entwicklungshilfe zu arbeiten. Trotzdem macht er nach der Schule erst einmal eine Gärtnerlehre. Doch die Gedanken an die Arbeit in der Mission drehen sich weiter. Ohne große „Zwischenstops“ verfolgt er diese Idee.

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Er hat früh Feuer gefangen. Mit 24 Jahren ist er sich sicher, dass er als Ordensbruder nach Afrika gehen will. Er erzählt von seinen damaligen überlegungen: „Afrika war für mich kein Abenteuer oder der Wunsch aus Deutschland zu fliehen. Der Orden bot für mich die Möglichkeit meinen Glauben und meinen Wunsch in der Mission zu arbeiten zu verbinden. Dass die Wahl auf die Salesianer Don Boscos gefallen ist, liegt an ihrer allumfassenden Sorge um die jungen Menschen.“

Warum er gerade Bruder geworden ist, kann er klar beantworten: „Ich fühlte mich einfach nicht zum Priester berufen und ich hatte ja auch eine berufliche Ausbildung abgeschlossen.“ Zu Beginn seiner Ordenszeit ist Bruder Michael noch in Deutschland, doch 1996 übernehmen die Deutsche und die Österreichische Provinz gemeinsam ein Afrika- Projekt in Ghana, für das er eingesetzt wird. Seitdem lebt er in der Gemeinschaft der Salesianer Don Boscos in Odumase, Sunyani.
Dort leitet er den Jugendtreff „Offene Tür“, zu dem täglich etwa 150 Kinder und Jugendliche aller Glaubensrichtungen kommen.
"Ich möchte den Glauben verkünden und die Kinder einfach nur glücklich sehen.
Das war auch Don Boscos größter Wunsch."

Voller Begeisterung erzählt er von „seinen“ Kindern: „Wir malen und spielen Fußball und ich erzähle ihnen vom Glauben und von Gott.“ Man spürt, dass Br. Michael Schmitz mit Leib und Seele seine Berufung lebt: „Für mich ist das wie eine Familie, nur in größerer Dimension. Ich fühle mich oft als Vater für unsere Kinder hier.“ Lachend verrät er seinen Spitznamen, den ihm die Kinder gegeben haben: „Jeder hat hier einen Spitznamen. Mich nennen sie ‚Obolo’. Das bedeutet: ‚Dicker Mann’ oder ‚Starker Mann’.“
Bruder Michael Schmitz ist durch und durch salesianischer Ordensmann. Er liebt seine Kinder in Ghana. Er erlebt in Afrika eine freudige Kirche. Die Menschen singen und tanzen stundenlang begeistert im Gottesdienst.

DIENER SEIN - Den Glauben mit anderen teilen

Heute kann Matthias Bogoslawski das Wichtigste in seinem Leben als Salesianerdiakon ganz klar benennen: „Für mich gibt es drei Quellen aus denen ich Kraft schöpfen kann und die mir als Salesianer wichtig sind: Der Kontakt mit Gott steht dabei an erster Stelle. Die zweite Quelle ist der Kontakt mit Kindern und nicht zuletzt die Gemeinschaft mit den Mitbrüdern und der Don-Bosco-Familie.“

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Auf seinem Berufungsweg hatte Matthias Bogoslawski so eindeutige Antworten nicht: Er wächst in der ehemaligen DDR auf. Dort erlebt er als Kind Nachteile und Ablehnung, weil in seiner Familie der Glaube gelebt wird. Ihm wird der Zutritt zum Gymnasium verweigert. Nach der Schule beginnt er eine kirchliche Ausbildung als Krankenpfleger.
Die Hilfsbedürftigkeit der Menschen geht ihm nahe. Schnell steht für ihn fest, dass vor allem die Arbeit mit behinderten Jugendlichen sein Weg sein wird.
„Aus der Lebensfreude, die diese jungen Menschen trotz ihres Leidens ausstrahlen, schöpfte ich Kraft und lernte von ihnen, dass man sich nicht unterkriegen lassen darf“, erzählt Diakon Bogoslawski. Diese Erfahrungen mit dem Glauben und benachteiligten jungen Menschen sieht er heute als den Anfang und die Wurzel seiner Berufung zum Salesianer und insbesondere zum Diakon.

"Hier bei den Salesianern diene ich der ganzheiltichen Entwicklung junger Menschen - das erfüllt mich!"

Doch zunächst hat er einen ganz anderen Lebensplan: Beruf, Ehe und Familie. Doch er stellt fest, dass ihn das letztendlich nicht erfüllt – er will ganz für andere Menschen und für Gott da sein. Die Suche für Matthias Bogoslawski setzt sich noch lange fort. Es ist ihm zu wenig als Christ nur für sich allein zu leben. So wächst in ihm der Wunsch einer verbindlichen Gemeinschaft beizutreten und seinen Glauben mit anderen zu teilen.
Er macht sich auf die Suche nach einem Orden, der ihm entspricht. Ein Krankenpflegeorden wäre auch etwas für ihn gewesen. Erst später stellt er für sich fest, dass es die Gemeinschaft der Salesianer ist, wonach er gesucht hat – ein Leben in geistlicher Gemeinschaft im Dienst an der Jugend. Bereits im Noviziat entdeckt er für sich die Berufung zum Diakon: „Die grundlegende Spiritualität der Diakone ist es, die mir so zusagt. Diakon sein bedeutet „Diener sein“. Hier bei den Salesianern diene ich der Jugend. Und das ist es doch, was Don Bosco wollte.“ Für dieses Leben musste er einiges aufgeben. Er erinnert sich an die Zeit der Entscheidung: „Es war am Anfang schon ein eigenartiges Gefühl, vor allem weil viele meiner Freunde meinen Schritt nicht wirklich verstehen konnten.“ Doch heute ist er stolz auf seine klare Entscheidung.

Matthias Bogoslawski wurde im Juni 2005 zum ständigen Diakon geweiht. Heute lebt er in der Gemeinschaft der Salesianer Don Boscos in Hannover, wirkt dort als Schulseelsorger an einer kath. Haupt- und Realschule und arbeitet in der Pfarrei als Jugendseelsorger mit. Sein „Diener sein“ als Diakon sieht er im Dienst an den Jugendlichen voll erfüllt.