Unser Orden
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Leben in der Nachfolge Christi

Was bedeutet es in der heutigen Zeit, in der Nachfolge Christi zu leben? Wie wird dieser schwierige und so ungreifbare Auftrag gelebte Wirklichkeit?

Leben im Dialog mit Gott

Leben im Dialog mit Gott, heißt in einem engen und tiefen Verhältnis zu Gott und seinem Sohn Christus zu stehen. Vertrauen, Liebe und Freundschaft –sind prägend für diese Beziehung.

Für die Salesianer Don Boscos ist die Liebe Gottes zu allen Menschen, vor allem zu Kindern, Jugendlichen und den Armen von zentraler Bedeutung. Diese Liebe und Gottes Haltung des guten Hirten, der durch Hingabe und Güte die Herzen der Menschen gewinnt, leitet ihre alltägliche Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen.

Die Feier der Heiligen Messe und der Eucharistie bildet den Mittelpunkt des Lebens der Salesianer Don Boscos und ist eine Quelle, aus der sie Kraft für ihre Aufgaben schöpfen können. Hierzu gehört auch, dass sie täglich am Aufbau ihrer eigenen Gemeinschaft, in der sie leben und arbeiten, mitwirken.
Die Salesianer Don Boscos verehren in besonderer Weise ebenfalls die Mutter des Herrn als Helferin der Christen.

Im gemeinschaftlichen und persönlichen Gebet bringen die Salesianer Don Boscos die Anliegen der Kirche und der Welt, darunter vor allem die Anliegen der Jugendlichen, vor Gott.

Die Evangelischen Räte

In der Nachfolge Christi zu leben bedeutet, auf vieles zu verzichten, so wie es Jesus seinen Jüngern ans Herz legt.
Verzicht, das betrifft im Leben der Salesianer drei Bereiche: Armut, Gehorsam und (ehelose) Keuschheit.
Doch warum verzichten in einer Welt, die überquillt vor materiellem Reichtum und Möglichkeiten? Es geht um mehr als nur das Leben nach strikten Regeln, die irgendwann vorgegeben wurden.
Für uns, die Salesianer Don Boscos, bedeutet Leben in der Nachfolge Christi, sich Gott völlig anzuvertrauen und alles Überflüssige loszuwerden. Durch den Verzicht schaffen wir Platz in uns und in unserem Leben, Platz für Gott und Platz für die Jugendlichen, die unsere Hilfe brauchen.
Im Folgenden wollen wir Ihnen die drei evangelischen Räte, Gehorsam, Armut, Keuschheit, genauer vorstellen.

Gehorsam

Gehorsam – ein Wort, das aus der Mode gekommen ist. Es hat etwas Altes, Verstaubtes, wenn nicht gar Negatives an sich. Für viele bedeutet es, sich zu beugen, die eigene Meinung nicht aussprechen zu können, blind etwas zu befolgen…In einer Welt, in der sich den meisten Menschen jeden Tag aus Neue tausende von Möglichkeiten auftun, bedeutet es, Verzicht auf eigene Wünsche, auf eigene Pläne…
Warum sollte man sich also Regeln unterordnen, verliert man dabei nicht zu viel? Auch in unserer Ordensgemeinschaft bedeutet Gehorsam Verzicht, das Zurückstellen der eigenen Wünsche und das Einordnen in die Gemeinschaft. Aber es ist kein blindes Befolgen von Regeln, sondern ein Gehorsam, um frei zu werden, um offen zu werden, für Gottes Wille und für die Jugendlichen.

Auch Pater Stefan Oster weiß, wie schwierig es manchmal ist, diesem Gelübde zu folgen, aber er sieht auch einen Sinn darin:
„Ich glaube, es geht im Leben darum, ein erfüllter, reifer und vor allem ein liebender Mensch zu werden. Aber ich ahne auch, dass wir das nur dann werden, wenn wir lernen frei zu werden für andere, wenn wir loslassen lernen, um offen zu werden für Neues. Und dazu hilft mir das Gelübde des Gehorsams- auch, oder vielleicht vor allem dann, wenn ich es manchmal als unangenehm empfinde.“

Armut

Armut gilt als etwas, was in der Welt bekämpft wird, denn arm möchte niemand sein. Armut bedeutet Mittellosigkeit und oft auch Machtlosigkeit. Wieso also gab Jesus seinen Jüngern den Rat in Armut zu leben, wenn er doch nur das Beste für sie wollte? Was bedeutet Armut in der heutigen Zeit, in einer Wohlstandsgesellschaft wie Deutschland?

In Armut leben bedeutet für uns Salesianer nicht, darunter zu leiden. Wir haben alles, was man zum Leben und Arbeiten braucht. Wer einen Salesianer sieht, würde ihn nicht als arm bezeichnen. Und trotzdem gilt das Gelübde der Armut. Konkret bedeutet es, dass wir auf eigenen Besitz verzichten.

Alles, was wir verdienen, wird auf ein gemeinsames Konto eingezahlt. Autos oder Handys, die wir für unsere Arbeit brauchen, gehören uns nicht. Es sind nach außen vielleicht nicht sichtbare Zeichen, aber wichtig ist, dass wir es spüren. Einfachheit, Bescheidenheit und der sorgsame Umgang mit Geld prägen unser Leben. Der Verzicht auf materiellen Besitz hilft uns bei der Aufgabe, uns ganz auf die Arbeit mit den Jugendlichen einzulassen.

Für Bruder Stefan Eichele ist das Armutsgelübde nach wie vor von zentraler Bedeutung: „Mit dem Gelübde der Armut will der Ordenschrist, also auch wir Salesianer zeigen, dass Geld und Besitzt nur einen relativen Wert haben.“

Keuschheit

Genauso wie Armut und Gehorsam Platz schaffen in unserem Leben für die Jugendlichen, so hilft auch die Keuschheit dabei, sich auf die Jugendlichen einzulassen und sich ganz der Liebe zu Gott und zu den Menschen hinzugeben.

Keuschheit wird oft als ein Leben ohne Liebe gesehen, ein Leben in Einsamkeit. Doch gerade das Leben in Keuschheit ist ein Leben, das von Liebe geprägt ist.

In der Professformel geloben wir, uns und unser Leben Gott zu weihen. Ein Zeichen dafür ist eben auch die Keuschheit. Aber Keuschheit bezeichnet nicht etwas, das uns genommen wird, denn Gott schenkt uns seine Liebe. Er liebt uns so, wie wir sind, und wir wollen diese Liebe an die Jugendlichen weitergeben. Ein Leben in Keuschheit bedeutet, sein Leben in den Auftrag Gottes zu stellen und sein Leben mit und in der Liebe Gottes zu führen.

Auf die Frage nach der Bedeutung des Keuschheitsgelübdes für ihn ganz persönlich, sagt Pater Franz Harings:
„Zölibatär leben heißt, ganz die Liebe zu leben; denn wir wissen uns von Gott geliebt, so wie wir sind, mit unseren Fehlern und Schwächen. Wer sich so geliebt weiß, kann nur diese Liebe weitergeben. Gott lieben, heißt den Nächsten lieben, sich für ihn engagieren und einsetzen.“